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GÜNTER GRASS FUNDSACHEN FÜR NICHTLESER
Ausstellung 12.Okt 2010 - 28.Feb 2011 Vernissage am 11.Okt 2010
Eröffnung PETER PATZAK Maler, Regisseur, Autor
Musik GROOVEQUAKERS groovig, jazzig, funkig zwei fingerstyle-Gitarren mit Percussion --------------------------------------
Der Zyklus "Fundsachen für Nichtleser" aus der Sammlung Würth
Die Ausstellung im Art Room Würth Austria zeigt den deutschen Literaturnobelpreisträger Günter Grass (*1927 in Danzig) von einer weniger bekannten Seite: als Zeichner. Dabei hat der Schriftsteller seit jeher seine Doppelbegabung gelebt. Bereits 1956 erschien mit „Die Vorzüge der Windhühner“ das erste Werk, das Gedichte und Grafiken verband. Vom Elternhaus gefördert verfolgte der junge Grass zunächst professionell seine künstlerische Laufbahn. Nach einer Lehre als Steinmetz besuchte er die Kunstakademie in Düsseldorf und die Hochschule für Bildende Künste in Berlin, um Bildhauerei und Grafik zu studieren. Die Schriftstellerei lief nebenher. Als Grass dann gleichsam über Nacht mit seinem Roman „Die Blechtrommel“ den internationalen Durchbruch erlebte, hatte er also schon eine solide Ausbildung als bildender Künstler absolviert. Dass Grass auch weit über literarisch interessierte Kreise hinaus zu einer Figur des öffentlichen Lebens wurde, lag insbesondere an dem für einen deutschen Schriftsteller neuartigen politischen Engagement. Mit seinen politischen Schriften und Reden sowie der Unterstützung der SPD mit Willy Brandt in den Wahlkämpfen der 1960/70-er Jahre setzte sich Grass aktiv für gesellschaftliche Belange ein. Trotz seines literarischen Erfolges ordnet Grass sein bildnerisches Wirken keineswegs dem Schreiben unter. Vielmehr muss man von einem Ineinanderfließen beider Medien ausgehen, von einem Dialog von Wort und Bild, den der Künstler selbst immer wieder betont. Oft stehe am Anfang eines Gedichts die Zeichnung und aus ihr ergebe sich der erste Wortansatz oder auch umgekehrt, so Grass.
Die Ausstellung zeigt einen seiner großen Zyklen „Fundsachen für Nichtleser“, entstanden 1997. Das Werk war eine Reaktion auf die heftigen Kritiken, die sein neuer Roman „Ein weites Feld“ hervorgerufen hatte. In 116 Aquarellen in bunter, freizügiger Manier nähert sich Grass seinen Anfängen. Lyrik und Zeichnung sind für ihn "das genaueste Instrument, mich neu kennenzulernen und neu zu vermessen". Der Rückzug zum lang verschmähten Aquarellkasten und zur Betrachtung und Erfassung des Alltäglichen findet in Bildern ihren Ausdruck, die ein bisweilen absurd scheinendes Eigenleben führen, jedoch gerade deshalb der Wirklichkeit ein gutes Stück näher rücken. Die dargestellten Dinge verweisen auf keinen übertragenen Sinn, sondern schlicht auf sich selbst. Symbolische Interpretationen lehnt Grass ab. „Aquadichte“ nennt er diese Verbindung von Gedicht und Aquarell: „Verse, die ich/ mittels gefüllter Tuborgflaschen,/ wasserlöslicher Farben,/ satten Pinsels/ und offener Augen herstelle,/ ach ja, Papier ist vonnöten.“ |
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